Frikadellen von taufräden Schwien
vun Behrend Böckmann
Friee Börger sünd sik wiss,
dat hüt allens mœglich is:
woke Språk, gennergerecht,
vegane Melk is ok nich schlecht,
för't Klima demonstrieren gåhn,
schwatt fohrn mit dei Stråtenbåhn,
all dat sall demokratisch sien,
wenn jeder läwt nå sienen Splien,
wenn Rägenbågenaktivisten,
un för Schwien Schwienslobbyisten,
daun üm väle Dierten bangen
un as Order nu verlangen,
an'n Happenstand ok antaugäben,
wie glücklich wier dat Schwieneläben,
ut wat för'n Fleisch wür Knackwust måkt
orrer Suerfleisch inkåkt,
un gifft dat Frikadellen fien
ut dörchdreiht Fleisch von Utloop-Schwien.

Dat Glücksschwien kann förwiss nich klagen —
warrt reinweg ja up Hannen dragen!
Fief Läbensoorten sünd vörgäben
för't taufräden Schwieneläben:
för 'n Mastschwien in'n engen Stall
sünd intauhollen up jeden Fall
as ordiertet* nödig Måt
dreividdel Meter in'n Quadråt –
un Happen-Ole reklamiert:
„Hemm's Stallschwienknackwust all probiert?“

Stroh in'n Stall måkt Farken froh
und Erwachsne ebenso!
So lockt hei sik dei Kunnen ran
un fangt denn tau schellen an:
„Wenn 'n Kierl sik nich ganz wiss,
dat hei 'n Kierl mit Schniedel is,
kann hei sienen Nåmen wanneln
un œwerall as Diern anbanneln;
anner hemm' 'n annern Splien,
dei will'n nu Veganer sien,
flau ward mi all in'n Måch,
denk ik an „fleischlos“ alle Dåch.
Ok up'e Stråt sünd wecker gåhn,
dat Dierten ward kein Leid andån,
un nu sall ik ok noch deklariern,
dat dei Schwien taufräden wiern,
dat sei harrn 'n glücklich Läben
bet's den Schlachter œwergäben!“

Läben Schwien in'n engen Stall,
is „Stallhaltung“ dei ierste Fall,
hier hemm' dei Schwien 'n Platz taun Läben,
as wieder båben all angäben.
Is teihn Purzent dei Kåben grötter,
ward 'n Schwien liekers nich fetter,
doch dei Kunn hett mihr Genuss
an Fleisch ut dei „Stallhaltung plus“.
Nå Haltungsform mit Nummer twei
kümmt denn dei mit Nummer drei:
„Butenklima“ – so ward secht –
is för'n Schwien gor nich so schlecht,
un so künn dei Fleischer råden
tau einen Frischluft-Lummer-Bråden.

Ja, frische Luft gellt ok bi Snee!
Rosinenpicken gellt nich, nee!
Taufräden Schwien un frische Luft,
taufräden Schwien un Schwieneduft,
taufrädener dei Schwien noch läben,
wenn „Haltungsform vier“ is gäben:
Dei Stallplatz, dei is mål so grot,
mit In- un Utgang gifft't kein Not,
dat Fauder is von bester Oort,
sogor mit Spältüüch ward nich spoort,
un so kann dat Utloop-Schwien
taufräden ünnern Häben sien.
Dei Utlop as 'n Haltungsform
verännert den Geschmack enorm,
un dei Köper ward dat wies,
wenn hei hürt den gauden Pries.
Fleisch noch bäten dürer kümmt,
wenn man von Bio-Schwien wat nimmt;
woans 'n Bio-Schwien deit läben,
is in Haltung fief vörschräben.

För unsen Happen-Ole gellt,
dat man sik anne Vörschrift höllt;
un hei hett för siene Kunnen
dissen Riemel nu erfunnen,
denn Dach för Dach nu jedermann
an siene Baud düt läsen kann:
Frische Knackwust warm un fien
gifft dat hüt von uns Stallschwien,
för Leckermäuler as Genuss
gifft't Pökelbeen von't Stallschwien plus,
Von ein gaudet Frischluftschwien
sall dei Frikadell hüt sien,
von't Utlopschwien sall't Schnitzel gäben
mit Tüffelsticken – wat för'n Läben!
Un in'n Ölpott simmert lies
von't Bio-Schwien 'n Happenspieß.
Gauden Apptit för all mien Kunnen.
dei den Wech tau mi hemm' funnen!

*ordieren - vorschreiben, vorgeben anordnen..., umgangssprachlich Verb zu Order (Befehl, Anordnung,Vorgabe, Richtlinie)
3.6.2026 |