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O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn!
O Haupt, zum Spott umbunden
mit einer Dornenkron!
Was hast du, Herr, verschuldet,
was legt man dir zur Last,
dass du das Kreuz erduldet,
den Tod erlitten hast?
Dort hat dich Gott zerschlagen
in tiefer Finsternis,
und du, du musstest fragen,
warum Er dich verließ:
Stets hast du ihm gefallen
warum denn dies Gericht! ,
warst heilig, rein in allem
und kanntest Sünde nicht!
Du musstest es empfinden,
wie Gottes Zorn so schwer
für uns und unsre Sünden,
so viel wie Sand am Meer.
Du tratst an unsre Stelle
aus freier Lieb und Huld,
gabst deine eigne Seele
für unsre Sünd und Schuld.
Du, Jesu, hast vollendet,
was dir der Vater gab;
Dein Leiden ist beendet,
und leer das offne Grab.
Du hast uns ganz versöhnet
mit Gott in Ewigkeit,
und Er hat dich gekrönet
mit Ehr und Herrlichkeit.
Paul Gerhardt (1607-1676)
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Den Kopp vull Blaut un Wunnen,
väl Weihdåch un weck Hohn!
Üm'n Kopp taun Spott noch bunnen
'n tachlig Durnenkron!
Wat hest du, Herr, för Schullen,
wat hett man gägen di,
dat du dat Krüz mösst dullen,
bet't Läben is vörbi?
Dor hett di Gott verlåten
in deiper Düsternis,
un du, du künnst't nich fåten,
worüm dat kåmen is:
Du hest em doch gefallen
warüm denn dit Gericht! ,
wierst hillig, harst von allen
kein Sünn in dien Gesicht!
Wat mösstet du empfinnen,
dat Gott sien Waut is schwer
för uns un unse Sünnen,
soväl as Sand an'n Meer.
För uns giffst du dien Läben
ut ganz väl Leif un Huld,
hest diene Seel hengäben
för all uns Sünn un Schuld.
Du, Jesu, künnst vollennen,
wat di dei Vadder geef;
dien Pien, dei deit nu ennen,
dor't Graff nu åpen bleef.
Hest för uns Fräden schlåten
mit Gott up alle Tiet,
hei ward dei Kron di låten
di ihren ierdenwiet.
Platt: Behrend Böckmann
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