Rode Nägelken un Spickaal an'n 1. Mai

vun Behrend Böckmann


Dei Nägelken sünd inne Middelmeergägend tau Hus, sei würn dor all in 't antike Athen un Rom tau Bläudenkränz wunnen un wägen ehr Rükels estemiert. Sei würn f ör 'n Götterblaum hollen un krägen den Nåmen "Dianthus", dei sik ut dat Wüür "dios" för Zeus (Gott) un "anthos" för Bläud tausåmensetten deit.

Disse Blaum wier dunnemåls 'n Teiken för dei hillig Maria un dei Pien Christi un wür ierst in't 12./13. Johrhunnert wägen ehr Såmenkapseln up Middelnedderdüütsch "negelken" näumt. Dei seihn hüt noch so as Schausterspirken ut, un dei plattdüütsch Nåm "Nägelken" wür denn tau den hochdüütschen "Nelken". All in't 15. Johrhunnert wiern witte Nägelken dat Teiken för dat Glück inne Eh' un inne Leif, œwer rode Nägelken düden up 'n Leidenschaft un gäle up 'n Afneigung hen. So dei Blaumenspråk!

Nägelken hemm' sik wägen dei fienen Rükels œwer dei Tieden henwech hollen, sogor in'tt Nachtleed von Brahms ward von Rosen un Nägelken sungen; un so hemm' Nägelken ehrn Platz näben Rosen un Tulipan innåhmen un sünd wiederhen so beleiwt as eins. Bet up't blautrode Nägelken, denn dei hemm' n politisch Geschicht, dei mit dei franzöös'sche Revolutschon von 1789 - 1799 ehrn Anfang nähm.

As dei Jakobiner dunntaumalen twüschen Juni 1793 un Enn' Juli 1794 taun Schrecken för dei franzöös'sche Nobless Dusende dörch't Fallbiel köppen dään, hemm' sülbige up'n Wech taut Fallbiel mit 'n blaudrodet Nägelken in't Knoplock tau verståhn gäben, dat's mit disse Oort von Macht-Utöven nich inverståhn sünd. Un up den internatschonalen Sozialistenkongress in't Johr 1889 in Paris wür dat blautrod Nägelken dat Teiken vonne Arbeiterbewägung.

As dei Arbeiters tau Tieden von't Sozialistengesetz in Düütschland dei rode Fåhn nich hochhollen dörsten, hemm's sik mit rode Nägelken in't Knoplock as 'n Teiken för'n glieke Gesinnung un glieket Ansinnen tau erkennen gäben.

Blaudrode Nelken warden hüt noch vör't Postament von Rosa Luxemburg und Korl Liebknecht aflecht; dei Sozialdemokraten in'n Öösterriekschen Nationalrat stäken sik, wenn's dat ierste Mål in't Parlement tausåmenkåmen, ein rodet Nägelken in't Knoplock. Mit 'n Nägelken in'n Flintenloop wür 1974 dat Salazar-Regime in Portugal schasst, un inne DDR, wo ut 'n "1. Mai" dei "Internatschonale Kampf- un Fierdach för Fräden un Sozialismus" wür, dörst dat rode Nägelken as Maiblaum anne Bost nich fählen. Un all, dei werktätig wiern orrer sik dorför hüllen, keemen an'n 1. Mai tauhop, üm in'n Vörbimarsch mit Popierfåhnen un rode Nägelken anne Bost dankend anne Tribün dei Genossen jubelnd tautauwinken. Un dei miehrsten wiern dorbi ganz vergnäucht un hemm' dat nich so iernst nåhmen, sonnern sik bi gaude Marschmusik œwer dei ein un anner Mailosung hœcht un all doran dacht, wo man achteran inkihren orrer up'e Festwisch 'n Knackwust orrer 'n Fischsemmel verdrücken, 'n Maibuck drinken orrer wat ergattern künn, wat dat süss so nich geef, taun Bispill Bananen un Spickaal.

Faster Bestand inne olle DDR-Schnurrenkist is noch hüt dei Losung anne Karkhoffsmuer in'n Berliner Prenzelbarch "All rut taun 1. Mai!" — tau'n Glück sünd dei Doden doch lever in de Gräber bläben. Äbenso giern ward noch vertellt, dat dei Losungsutschrieger up'e Tribün vör Iewer nich an sik hollen künn un ludhals krakählen däd: "Kuba dei Kubaner! — Indien dei Indianer!".


26.4.2026

 


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